Vorbereitung indoor

Dies ist die ungefähr geplante Route

Wie alles anfing….

Seit unserer fünfwöchigen Alpendurchquerung von München nach Venedig im Jahre 2005 habe ich immer wieder an eine Wiederholung einer langen Alpenwanderung gedacht. In den folgenden Jahren waren es dann aufgrund beruflicher Zwänge immer nur maximal zweiwöchige Hüttentouren in den Bergen. Aber jedesmal stellte sich schon nach kurzer Zeit bei mir das Gefühl ein, dass ich in den Bergen zu Ruhe komme und Abstand zum Alltag gewinne. Es interessieren mich keine Nachrichten mehr, am Ende des Tages bin ich wohltuend müde und schnell stellt sich ein Rhythmus ein, der nur von den Tageszeiten bestimmt ist. Der Kopf wird leer und ich bin im Hier und Jetzt angekommen. In unserer getakteten Welt habe ich immer mehr an die anstehenden Aufgaben gedacht als den Augenblick zu genießen.

So gingen die Jahre viel zu schnell ins Land und mein Wunsch nach einer Auszeit und Abstand vom alltäglichen Leben wurde immer größer. Da geht noch was außerhalb des Erwerbsleben und vor dem alters- und körperbedingten Ruhestand. Bei einem Reisevortrag von Hans Thurner in der Zeche Zollverein in 2017 habe ich dann auch Blut geleckt. 2000km Freiheit nannte er seinen Vortrag und beschrieb genau das Projekt, welches ich jetzt vorhabe. Allerdings hatte ich da erst eine ganze Zeit eine Alpenlängsquerung auf dem roten Weg der via alpina vor Augen. Wenn schon, denn schon war ein bisschen die Devise. Zunächst habe ich ein bisschen Literatur in Form von Reiseberichten studiert und mir ein Gefühl für die Herausforderungen geschaffen. Dann war klar, das an meiner Ausrüstung gefeilt werden müsste. Ich habe schon viele Touren auch mit viel Gepäck gemacht. Aber das waren Hochtouren , wo die Kletterausrüstung schon viel wiegt und ich nur ein paar Tage unterwegs war und mich wieder erholen konnte. Diesmal aber geht es darum jeden Tag ca. 25km und durchschnittlich 1000Hm zurück zu legen und das den ganzen Sommer. Wenn dies einigermaßen Freude machen soll (was sicherlich einige meiner Freunde bezweifeln), dann nur mit leichtem Gepäck. In den einschlägigen Foren wird man schnell fündig und es gibt kein Ausrüstungsteil, welches nicht hundertfach diskutiert wird. Das macht die Sache aber nicht einfacher. Ich muss trotzdem selber entscheiden, was an Ausrüstung für meinen Zweck das Optimum ist. Egal, welchen Weg ich letztendlich wähle, bei einer Mehrtagestour in den Bergen komme ich in der Regel nicht mehr an Ausrüstungsgeschäften vorbei und sollte deshalb alles dabei haben. Schuhe können das Leben zur Hölle machen und auch ein schlecht passender Rucksack oder eine Schlafmatte, die bei der dritten Nacht die Luft ablässt , sind nicht zu gebrauchen. Ultralight ist hier ein Modebegriff. Aber was nutzt mir ein ultraleichter Schlafsack, wenn ich jede Nacht jämmerlich friere oder ein Tarp, welches mir bei starkem Wind davonfliegt ? Die Beschäftigung mit diesen Themen hat schon die eine oder andere Stunde gekostet und auf der Seite von Alex bei Bergreif.de habe ich noch die meisten guten Anregungen gefunden. Er weiß, wovon er spricht, da er die Tour von Wien nach Nizza schon gemacht hat. Ich habe seine Touraufzeichnung in Form eines violetten Tracks oben als Übersichtsfoto genommen. So und nun sind die letzten Teile meiner Ausrüstung heute gekommen und ich habe erstmalig meinen Rucksack vollständig gepackt. Es passt Gottseidank alles hinein und ich hab ein gutes Tragegefühl. Welche Gegenstände das im Einzelnen sind, habe ich bei der Ausrüstung näher ausgeführt. In den nächsten Tagen möchte ich damit ein längeres Stück auf unserem Neandersteig laufen und alles mal ausprobieren. Ich freu mich schon drauf.

Langsam wird es spannend

Nachdem die Hardware ok ist, geht es an die Software. Wann soll es denn nun eigentlich los gehen? Hans Thurner war mit seiner Partnerin schon Mitte April aufgebrochen. Das kommt bei den großen Schneemengen in diesem Jahr nicht in Frage. Alex mit seiner Partnerin hat es Ende Mai angegangen. Ich habe mich nun für den 21.05. entschieden. Hauptgrund nicht tagesaktuell zu entscheiden war die frühzeitige Planung der ersten Hüttenreservierungen und der Supersparpreis der Bundesbahn. Ein Flex-Ticket nach Wien liegt kostet über 200,-€ und für die Ersparnis durch das Superspar-Ticket kann ich mir eine ganze Menge Weizenbier auf den Hütten leisten. ( Ja, ich weiß genau, was mein Freund Burkhard jetzt sagen würde….)

Aber schon bei den ersten Reservierungen bekomme ich für die zweite Etappe eine Absage und weit und breit ist keine zweite Übernachtungsmöglichkeit vorhanden. Wahrscheinlich wird es meine erste Zeltnacht schon am zweiten Tag meiner Wanderung. So früh ausgebuchte Hütten hatte ich mir nicht vorgestellt. Ich habe mal 11 Etappen bis Eisenerz vorgesehen. Dann gibt es wohl erst einmal einen Pausentag. Die Verhältnisse in höheren Lagen sind zur Zeit noch sehr winterlich. Nicht, dass ich noch Schneeschuhe brauche?? Vorsichtshalber habe ich mir auf den letzten Drücker mal welche bei meinem Freund Burkhard ausgeliehen.

Ich habe auch noch einmal die Bücherei der Düsseldorfer Alpensektion aufgesucht und nach Wanderführern für die einzelnen Fernwanderwege gesucht. Leider war die Auswahl sehr bescheiden und die einzelnen Gebietswanderführer tragen nur zu einem Informations-Overkill bei. Da sind die Recherchen im Internet schon erfolgreicher. Ich plane ja gerne detailliert im Voraus, aber werde mich wohl auch auf vieles Unvorhergesehenes einlassen müssen.

So wie es aussieht, wird mein Freund Robert ab 1.Juli für zwei Wochen zu mir stoßen und danach beabsichtigt mein Freund Jürgen mich zwei Wochen zu begleiten. Hier wird sicherlich noch spannend wie und wo wir uns treffen werden. Ich freue mich aber schon jetzt auf die liebe Begleitung.

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