Ausrüstung

Zur Ausrüstung für eine Mehrtagestour in den Bergen gibt es natürlich jede Menge Empfehlungen im Internet. Ich habe mich hauptsächlich von zwei Seiten inspirieren lassen. Da ist mein Freund Burkhard, der mehrere Monate in Patagonien und Argentinien auf Wanderschaft war und Alex von Bergreif.de, der die Wanderung Wien- Nizza 2017 mit seiner Partnerin unternommen hat.

Vereinfacht gesagt ist die Herausforderung alles dabei zu haben, was man braucht, und es soll nichts wiegen. Ein Widerspruch, der sich nur durch einen Kompromiss lösen lässt. Wo der für mich liegt, habe ich im Folgenden zusammen gestellt. In den Bergen unterwegs zu sein stellt höhere Ansprüche an die Ausrüstung als eine normale Wanderung. Zwar ist man in den Alpen in der Regel normalerweise innerhalb weniger Stunden wieder im zivilisierten Bereich, aber es gibt immer wieder Unfälle, die auf eine schlechte Ausrüstung zurückzuführen sind. Deshalb brauche ich eine Kleidung und bei Übernachtungen im Freien eine Schlafstätte, die auch im Sommer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt über mehrere Stunden eine Unterkühlung verhindern. Bei extremer Unterkühlung durch Nässe und windchill geht gar nichts mehr und man kann innerhalb kürzester Zeit in einen bedrohlichen Zustand geraten.

Ein andere Punkt in Sachen Sicherheit ist die Orientierung. In den Bergen kann man sehr schnell die Orientierung verlieren. Es verschlechtert sich die Sicht oder man folgt einfach dem falschen Steig. Einmal verstiegen und orientierungslos kann auf wenige Meter die Sache sehr heikel werden. Deshalb sollte man hier wie bei Flugzeugen über redundante Systeme verfügen. Jedes GPS-Gerät kann ausfallen. Deshalb habe ich mich für die Navigation über mein altes Garmin GPSMAP 64s entschieden und führe gleichzeitig noch eine Smartphone – Navi-App von Alpenvereinaktiv.com mit.

Darüber hinaus werde ich noch den Spot Gen 2 benutzen, weil ich längere Zeit alleine wandere und in den Bergen über Mobilfunk nicht immer bei Bedarf Hilfe anfordern kann. Dies ist kurz gesagt ein Aufzeichnungsgerät des Weges, den ich zurück gelegt habe mit einer Notruffunktion mit Positionsbestimmung. Wenn ich den roten Knopf ( hoffentlich nie !) drücke, wird über Satellitt die Bergwacht alarmiert und zum roten Knopf gelotst.

Packliste Alpenüberquerung

Am Körper getragen

Am Körper sieht das geplante Equipement wie folgt aus: an den Füssen Scarpa Zen Approachschuhe und Icebreaker Merinosocken. An den Beinen und Unterleib eine Funktionsunterhose und eine FjällRäven Ruaha Shorts. Am Oberkörper ein langärmliges Odlo Merino-Shirt und am Kopf eine Cap. Das ist der Base-layer, auf den dann im Bedarfsfall im Zwiebelschalenprinzip aufgestockt wird. In den Taschen befinden sich ein Messer, Geldbörse und smartphone. Zusätzlich trage ich noch meine Kompaktkamera Sony RX100V mittels einer Reep-Schnur am Körper und habe zwei Komperdell Expedition Vario 4 Wanderstöcke in den Händen und am Rucksack das Garmin GPSMAP 64S

Der Rucksack

So und der Rest kommt in den Rucksack….Hier habe ich mich für den von Alex in Kleinserie gefertigten Agilist entschieden https://www.weitlaeufer.de/produkt/ultraleicht-rucksack-agilist/

Die Tatsache, das sich bei Alex ein Vorläufermodell auf seiner Wien-Nizza-Wanderung bewährt hat und das geringe Gewicht konnten mich überzeugen.

Zelt und Schlafen

Hin und wieder möchte ich im Sommer den überfüllten Matrazenlagern in den Hütten entgehen. Dazu werde ich ein Hilleberg Enan Zelt mit Groundsheet, eine Thermarest Neoair und ein Enlightened Relevation Down Quilt benutzen. In den Hütten und als zusätzliches Upgrade unter dem Daunenquilt benutze ich einen Seideninlett vom DAV. Beim Übernachten im Freien könnte man sicherlich durch Biwaksack oder Tarplösung noch einiges an Gewicht einsparen. Ich habe mich aus Sicherheits- und Komfortgründen aber für die sehr leichte Zeltlösung entschieden.

Das Gleiche in grün 🙂

Bekleidung und Witterungsschutz

Natürlich reicht der Base-layer nur an schönen Sommertagen aus. Ausreichenden Regenschutz erhoffe ich mir von meiner Schöffel 3L Jacket Calgary 2 als hardshell und von meiner Skinfit Regenhose. Diese kann ich auch bei Kälte als letzte Lage benutzen. Gegen die Kälte soll mir meine Skinfit caldo Primaloft-Jacke und eine lange Merinounterhose, die ich unter der kurzen Wanderhose trage, helfen. Gegen den Wind habe ich eine leichte Skinfit-Vento Jacke im Rucksack und eine Mountainhardware Daunenweste. Für kalte Finger gibt es Arbeitshandschuhe von Aldi und Primaloft-Fäustlingen von Skinfit. Zusätzlich noch ein Buff aus Merinowolle.

Bei der Wechselwäsche bin ich sparsam geblieben. Eine Unterhose, ein Merino-Kurzarmshirt und ein Wanderhemd von Vaude sollten reichen.

Kochen und Wasseraufbereitung

Da ich auf meinen Morgenkaffee nicht verzichten möchte, kommt mein Jetboil -Gaskocher mit ins Gepäck. Er heizt auch ohne Windschutz sehr schnell und effektiv 850ml Wasser auf. Die meiste Zeit werde ich mich natürlich auf Hütten verpflegen und ansonsten von Couscous, Müsli, Riegel, Schokolade und Instant-Nudel-Packungen leben. Zum Essen benutze ich einen Spork-Titanlöffel.

Wasser unterwegs werde ich mit einem Sawyer-Filter filtern und mit Micropur-Tabletten weiter entkeimen. Das Wasser kommt in eine handelsübliche PET-Flasche und in einen Cantene-Sack von Nalgene, die in den Seitentaschen des Rucksacks verstaut werden.

Hygiene und Erste Hilfe

Hier möchte ich mich auch nicht zu sehr belasten. Da ich auf Mitwanderer keine Rücksicht zu nehmen brauche, habe ich ein kleines schnell trocknendes Funktionshandtuch, biologisch abbaubares Sea To Summit Shampoo, ein BIC Rasierer, Denttabs und eine Zahnbürste dabei.

Für kleinere Verletzungen ein Verbandpäckchen, Wundauflage und Heftpflaster, gegen Blasen Compeed-Blasenpflaster, Ohropax, Tape, Ibuprofen 400, Wundcreme, Rettungsdecke, eine Zeckenkarte und ein Nähset

Elektronik

Man weiß ja nie, wann man wieder an die nächste Stromquelle gelangt und auch das Laden in den Hütten ist nicht immer unproblematisch. Ein teures Smartphone verschwindet da auch schon mal von der unbeaufsichtigten Ladestation. Deshalb nehme ich auf jeden Fall meine Anker powerbank 10000 mAH mit und ein Dreifach- USB-Ladegerät. Damit kann ich drei Geräte gleichzeitig laden, aber im Zweifelsfall auch nur die powerbank mit der ich dann die restlichen Geräte in meiner Tasche laden kann. Falls ich doch mal in die Dunkelheit gerate oder im Zelt übernachte habe ich noch die Petzl e-light Stirnlampe dabei.

Da die Kamera sehr viel Strom verbraucht, habe ich noch für einen Ersatz-Akku dabei und auch für das GPS-Gerät nehme ich noch zwei AA-Akkus mit. Leider lässt sich der Spotgen 2 nur mit Lithium Batterien füttern und nicht aufladen.

Sonstiges

Ich habe mich entschlossen zumindest im Juni noch Snowline Chainsen -Grödel mitzuführen, da es bei vereisten Altschneefeldern am Morgen doch zu sehr spannenden Situationen kommen kann. Nach Hause schicken kann ich sie dann immer noch. Dann gibt es noch eine Ersatzbrille, eine Sonnenbrille und zwei Einlegesohlen zum Austausch wenn die Füsse glühen..

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