23.05.19

Es hat die ganze Nacht geschüttet und ich bin froh, daß mein Start-Beitrag auf der website gelandet ist. Das Netz schwankt immer zwischen LTE und Edge hin und her und mehrmals ist das Herunterladen fehl geschlagen. Es gibt ein fürstliches Frühstück und ich bekomme es kaum auf. So gestärkt geht es nach draußen. Alles ist regennass und es geht an einen schlammigen rutschigen Abstieg. Ich bin froh über meine Wanderstöcke, die mich mehrmals vor dem „ab in die bätsch“ bewahren. Eingeweihte wissen, wovon ich rede. Der Waldboden ist über und über mit Bärlauch bedeckt und die Luft ist mit einem leichten Knoblauchgeruch geschwängert. Alle paar Meter begegnet mir eine Weinbergschnecke. Ich überhole sie noch spielend. Es bleibt trocken und im Laufe des Tages kommt sogar hin und wieder die Sonne heraus und sofort ist es warm und heiter in der Umgebung. Das verführt auch die Bienen zu Outdooraktivitäten. Als ich an mehreren Bienenstöcken vorbei komme, summt es nur so. Da ich ein Faible für gefährliche Tieraufnahmen habe, möchte ich das Flugloch eines Bienenstockes in Nahaufnahme haben. Mein Hinterkopf weiß, daß dies vielleicht keine gute Idee ist. Aber viel Feind viel Ehr.. Das Bild ist unscharf, ich habe vor Angst wohl doch zuviel gewackelt.. Es ist der erste Bienenstich dies Jahr und der ist nicht vom Bäcker. Während des ganzen Tages begegnen mir ausser Kühen, einem Rehkitz und Schnecken nur ein etwa siebzigjähriger Mountainbiker uphill auf der kleinsten Übersetzung. „ So eine depperte Steigung „ kann er gerade noch keuchen und ich bringe ihm höchsten Respekt entgegen und habe wieder ein Vorbild gefunden, dem ich in Zukunft nacheifern will. Laut Wegbeschreibung auf Alpenvereinaktiv.com ist Entschleunigen angesagt. Nur 16,7 km..und 650 HM. Sozusagen ein Ausruhtag. Blöderweise sagt mein Garmin 21,5km und 800Hm, als ich endlich das Schutzhaus Waxeneck erreiche. Einer von beiden lügt. Ich habe noch am Morgen dort angerufen in der vagen Hoffnung, dort übernachten zu können. Schon vor Wochen hatte ich beim Versuch dort zu reservieren eine Absage erhalten und mich auf die Warteliste setzen lassen. Aber auch diesmal wieder die Auskunft eine Übernachtung wäre nicht möglich. Ob ich denn an der Hütte zelten könnte.? Ich erhalte zur Antwort, daß dies problemlos möglich wäre. Also stelle ich mich auf meine erste Zeltnacht ein. Auf der Hütte dann aber nach der ersten Inaugenscheinnahme :Du kannst im Haus schlafen. Die Chefin ist über Nacht nicht da und Du bist alleine im Haus. Ich freue mich riesig und scheine trotz Dreitagebart und verschlammten Schuhen und Hose noch einen vertrauensvollen Eindruck zu machen. Dafür muss ich aber bei der Frühstückszeit Entgegenkommen zeigen. 8.30Uhr ist mir bei der nächsten Hammeretappe zur Mamauwiese mit 26km und 1330HM zwar etwas spät, aber das Wetter soll gut werden. Ich habe das erste Mal Sicht auf den Schneeberg und der macht seinem Namen richtig Ehre. In drei Tagen bin ich voraussichtlich da, aber es soll ja noch wärmer werden. Ich habe wieder ein ganzes Matrazenlager für mich alleine… nachdem ich den Hauskater rausgeschmissen habe.

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