25.05

Wieder eine himmlisch ruhige Nacht und nach gutem Frühstück geht es auf den höchsten Berg Niederösterreichs, dem Schneeberg. Das Wetter ist wechselhaft angesagt. Weil ich am Gipfel nicht in Regen geraten will, gebe ich Gas und drei Stunden später stehe ich trotzdem klätschnass am Gipfel, allerdings mit eigen produzierter Feuchtigkeit. Nur für Geübte steht auf dem Wegweiser und tatsächlich muss ich die Hände zu Hilfe nehmen und hin und wieder hängt ein Drahtseil zum Festhalten in der Wand. Unterwegs treffe ich noch auf einen dekorierten Weihnachtsbaum. Sachen gibt’s..
Nach der Kletterei öffnet sich ein großes Gipfelplateau. In einiger Entfernung startet ein Tandemparaglider. Irgendwie sieht da was nicht gut aus. Die linke Schirmseite flattert herum und füllt sich nicht mit Luft. Eine Tragleine läuft über den Schirm und schnürt ihn ein. Beim Falschschirmspringen haben wir das ein Brötchen genannt. Der Schirm trägt die Beiden zwar, lässt sich aber kaum manövrieren. Bevor es richtig steil wird, können die Beiden gerade noch irgendwie landen. Ich treffe die sie beim weiteren Aufstieg, und beglückwünsche sie zu ihrem Glück. Da war halt ein blöder Knoten, ist die Antwort. Zehn Minuten später sehe ich die Beiden talwärts schweben. Die Nerven möchte ich haben. Nach einer Stärkung auf der Fischerhütte (die Berghütte auf dem Schneeberg heißt echt so) geht es Richtung Weichtalhaus wieder abbi. Beim Abstieg gibt es weitläufige Altschneefelder und die Wegmarkierungen sind darunter verschwunden. Aber es gibt ja Fußspuren und man braucht ihnen nur zu folgen….um in die gleichen Schwierigkeiten zu geraten wie die Vorgänger. Ich bin 50m neben der Spur und das nicht im übertragenen Sinn sondern tatsächlich. In einem schneebedeckten abschüssigen Latschengebiet zu queren ist gar nicht so einfach und man kann in versteckte Hohlräume einbrechen. Lessons learned: Folge keiner Spur, die Du nicht selber legst und traue nicht mal der. Wofür habe ich eigentlich GPS-Geräte dabei? Für die Nichtbergwanderer: Eine Tagesetappe von 11km ist überschaubar, wenn man in der Ebene ist. Wenn es dazwischen 1160m rauf und 1570m wieder runter geht, kommt es häufig zu einem Knieschnakler [gniàschnàgglà].
Ich scheine mich doch gut genug vorbereitet zu haben. Auch diese Etappe habe ich im Gegensatz zu meinen angeblich unzerstörbaren Nalgene-Trinksack schadlos überstanden. Der leckt nämlich und wird demnächst durch eine PET-Flasche ausgetauscht. Ich hätte mich gar nicht so beeilen müssen. Es fängt erst jetzt an zu regnen :-). Bisher waren die Kommunikationsverhältnisse übrigens ideal, teilweise WLAN und sonst auch häufig LTE. Das kann sich aber auch schnell ändern und dann gibt’s evtl. nicht jeden Tag einen Bericht oder zumindest keine Fotos. Oder der Reiseschriftsteller macht einfach mal Urlaub…

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