31.05

Die ganze Nacht hat der ruppige Nordwind an der Hütte gezerrt und ich habe mit Ohrenstopfen geschlafen. Um sieben gibt es drei kleine Schnitten Brot mit Marmelade und eine Tasse Kaffee zum Frühstück. Dann geht es hinaus. Zunächst ist der Wind noch kalt und heftig und erst als ich über den steilen aber sonst nicht furchteinflössenden Teufelssteig Höhe zunichte gemacht habe, wird es ruhiger und angenehmer. Es geht lange durch Bergwälder und über Forstrassen hinab und dann über mehrere Almen querend weiter hinab bis Seewiesen. Es wird immer wärmer und irgendwann schaut auch die Sonne heraus. Das erste Mal seit fünf Tagen mache ich mir bei einer Pause mal wieder einen Kaffee und friere nicht.. Ab Seewiesen geht es dann aber wieder ständig bergauf in die Schneeregionen und das letzte Stück auf die Voisthaler Hütte geht nur noch durch hohen Schnee. Unterwegs treffe ich in nächster Nähe einen Rehbock und eine Gams und kann sie sogar fotografieren. Auf der Hütte ist wider erwarten sogar eine ganze Menge los, sogar zwei Familien mit insgesamt drei Kindern sind da. Spät erreicht noch eine Gruppe junger Leute mit zwei Hunden die Hütte, die das doppelte der veranschlagten Zeit gebraucht haben und ziemlich naiv auf einen gefährlichen Steig gegangen sind, wo Ausrutscher nicht erlaubt sind. Der Tag hat alles geboten. Abstieg aus dem Winter in den Frühling und mittags in Seewiesen kurz einmal sommerliche Temperaturen (ca. 20 Minuten) und dann wieder relativ abrupt in den Winter. Der letzte Anstieg zur Hütte geht über ein 30° steiles Schneefeld. Ich treffe zwei Schwedinnen, die sehr gut Deutsch können und unsicher über den weiteren Wegverlauf sind. Auf der Hütte unterhalte ich mich ein wenig mit Herbert, einem Grazer, der hier gerne wandert und sich sehr gut auskennt. Er kann mich ein bisschen über den nächsten Tag beruhigen. Ich stehe nämlich vor einem Problem. Wenn ich nicht über den Hochschwab, einem über 2200mtr. hohen Gipfel auf die andere Seite zur Sonnschienhütte komme, gibt es keine alternative Umgehung und ich müsste eine ca. 50km Wanderung oder Autofahrt auf Straßen in Kauf nehmen. Herbert sieht zumindest in der Wegführung keine extrem steilen Hänge, auf denen man auf Nimmerwiedersehen abrutschen könnte. Allerdings geht er von einer anstrengenden Tour im Schnee aus. Ich habe wieder extreme Schwierigkeiten neue Beiträge unter WordPress zu veröffentlichen und komme auch nicht mehr auf meine eigene Website trotz vorhandenen WLAN auf der Hütte.

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