01.06.

Um 7.00Uhr ist Frühstück angesagt und der Blick aus dem Fenster ist wenig verheißungsvoll. Nach oben ist alles dicht und grau, eine bekannte Szenerie. Ich mache mich auf und spätestens auf dem steilen Graf Meran Steig ist die Sicht maximal zehn Meter und es geht steil im Schneefeld bergauf. Es gibt aber Steigspuren, denen ich folgen kann und zwei, dreimal begegne ich keinen Gorillas im Nebel sondern Bergwanderern die von der Schiestl-Hütte absteigen. Erst hört man Stimmen, dann schälen sich Siluetten aus dem Nebel und nach einem kurzen Gruess di sind sie auch schon wieder verschwunden. Nach zwei Stunden sieht ein Felsen ziemlich quadratisch aus. Es ist die modern gebaute Schiestl Hütte. Ich trinke einen Kaffee und erkundige mich nach den Verhältnissen. Der Weg über den Gipfel scheint einfacher als die Umgehung. Also hangele ich mich von Wegmarkierung zu Wegmarkierung immer weiter bis irgendwann das Gipfelkreuz aus dem Nebel erscheint. Hier oben ist es sogar leidlich schneefrei und auch der weitere Weg ist eigentlich unschwierig, wenn ich ihn denn finde. So steige ich mehr als zwei Stunden in einer dicken Suppe ab. Es begegnet mir noch einmal eine Gruppe wahrscheinlich tschechischer Herkunft mit fünf Erwachsenen und drei Kindern. Eine Frau fragt mich wie lange es noch bis zur Biwakschachtel sei?Ich antworte: noch zirka eine halbe Stunde und frage entsetzt: Ihr habt Kinder dabei? Die Antwort: ja, aber die sind stark… So sahen die Kinder aber nicht aus, sondern völlig erschöpft. Dann wird die Sicht irgendwann wieder besser, ich bin wohl aus den Wolken. Der Anblick der neuen Täler versetzt mich nicht in Verzückung. Soweit das Auge reicht, es ist überall tiefer Winter. Je tiefer ich komme, umso ausgedehnter werden die Schneefelder und die letzte Stunde laufe ich über ein dicken geschlossenen Schneedecke. Das dauert noch Wochen, bis das alles frei geschmolzen ist. Und ich wollte den Winter nach dem Hochschwab endlich ad acta legen. Auf der Sonnschienhütte, erfahre ich, daß es hier seit dreißig Jahren nicht mehr so geschneit hat und mich der Winter noch die nächsten Tage beharrlich begleiten wird. Lediglich in Bereiche über 2000mtr. muss ich zunächst nicht mehr eindringen. Auf der Hütte und im weiten Umkreis gibt es gar kein Mobilfunk Netz und schon gar nicht WLAN. Ich hoffe die beiden letzten Beiträge landen jetzt auf der website, wenn auch ein bis zwei Tage verspätet. Ich habe jetzt einen anderen Weg ausprobiert, brauche aber auf jeden Fall die Möglichkeit emails zu versenden.. Gar nicht so einfach das Leben als Blogger ?

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