04.06.

Die Nacht im Zelt war ruhig bis auf das Rauschen der nicht so weit entfernten Bäche. Die Bergspitzen werden gegen 6.00Uhr in ein erstes Sonnenlicht getaucht und im Tal ist es noch dunkel. Mitten in der Nacht musste ich mal raus und habe einen leuchtenden Sternenhimmel gesehen. Hier gibt es keine Lichtverschmutzung. Ich mache mir erst mal einen Kaffee und begnüge mich mit ein paar Keksen zum Frühstück. Das Zelt ist durch das Kondenswasser ziemlich feucht, trocknet aber in der Sonne schnell. Es wird wohl ein sonniger Tag. Es dauert eine Weile, bis Ich alles verpackt habe und dann geht es los. Ich finde jetzt sogar ein Wegzeichen, welches ich gestern sicherlich übersehen hätte. Ich war nämlich bei der Wahl des Űbernachtungsplatzes unsicher und hatte mich gefragt, ob ich noch weiter gehen sollte. In den Bergen sind gute ebene Zeltplätze sehr rar und es kann sehr lange dauern bis man einen nächsten findet.

Es geht richtig steil bergauf und der Weg ist selten begangen. Ab etwa 1400mtr fangen wieder lästige Altschneefelder an und es sind sehr viele Nadelbäume entwurzelt oder abgebrochen und versperren den Weg. Weiter oben zum Gipfelaufbau des Lugauer hin muss ich in den Felsen sogar klettern und entweder ist der Weg durch kleinteiliges Geröll sehr rutschig oder es sind steile Schneefelder zu queren. Es ist bis zum höchsten Punkt am Schoberkreuz auf etwa 1900mtr. sehr anstrengend und bei dem Wetter auch schweißtreibend. Dann wird das Gelände zur anderen Seite wieder flacher aber auch teilweise sehr sumpfig. Ich beobachte eine Herde Gemsen mit drei kleinen Kitzen. Es geht erst mal wieder eine ganze Weile bergab, wobei der Track von Alex und der von Alpenvereinaktiv sich unterscheiden und ich mich nach dem Fiasko von gestern gegen den von Alex entscheide. Wie das in den Bergen so ist, geht es dann irgendwann wieder aufwärts. Ziemlich zum Ende der Tour endet das Tal, in dem ich aufgestiegen bin, in einem Kessel. Dessen steile schneebedeckte Wände jagen mir schon ein bisschen Furcht ein, aber dort muss ich nach 8Stunden Wanderung, bzw. eigentlich Bergsteigen noch hindurch, um auf die andere Seite zur 45 Minuten entfernten Hess-Hütte zu kommen. Der Schnee ist sulzig und ich klettere vorsichtig Stufen in den Schnee tretend den Hang schräg nach oben querend. Es sind etwa 45° und bei einem Sturz würde ich zwar nicht tödlich verletzt, aber sehr lange abrutschen. Nach einer halben Stunde stehe ich am Kamm und kann auch auf dieses Abenteuer zurück blicken. Das waren diesmal 8,5 Stunden reines Wandern bzw. Bergsteigen, fast 2000mtr Aufstieg und 1000mtr Abstieg. Ich mōchte endlich mal einen normalen entspannten Wandertag haben. Wie schön ist dann die Hütte in Sicht und nach einem kräftigen Gulasch und a weng Weizenbier ist die Welt wieder in Ordnung. Ich unterhalte mich noch ein bisschen mit einem Geschwisterpaar vom Bodensee und deren später eintreffenden erschöpfen Vater, der auch Dietmar heisst. Dann geht es ins Lager. Den Schlaf habe ich mir redlich verdient.

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