06.06.

Im Lager alleine hatte ich eine total ruhige Nacht und habe geschlafen wie ein Stein. Einzig mit der Riesenportion Käsnocken hatte mein Magen vor dem Einschlafen noch zu kämpfen. Zum Frühstück unterhalte ich mich noch ein bisschen mit Annabel und Alfred, den Hüttenwirtsleuten. Die beiden sind echt nett und plaudern ein bisschen aus dem Nähkästchen, warum sie Hüttenwirte sind, was Ihnen daran gefällt und wie sie dazu gekommen sind? Die Mödlinger Hütte ist echt wunderschön gelegen und ich kann sie nur wärmsten empfehlen. Aber irgendwann muss es dann weitergehen. Es geht erst einmal wieder ein Stück hinab und dann hinauf zum Kaibling-Gatter und dahinter zur Oberst Klinke Hütte, meinem eigentlich gestrigen Etappenziel. Natürlich sind die letzten Höhenmeter wieder im Schnee zu bewältigen. Auf der Klinke Hütte trinke ich noch einen Kaffee und dann geht’s dem Track von Alex folgend nach Admont. Dabei geht es ein ganzes Stück der Bundesstraße folgend bergab. Irgendwann erscheint auf dem Bildschirm meines Garmin der aus Admont zurück führende Track und ich entdecke eine Verbindungsstrasse zwischen diesen beiden Tracks. Ich möchte ja eigentlich gar nicht nach Admont als Stadt sondern die Richtung geht nach Rottenmann, von wo aus ich innerhalb eines Tages Anschluss an den Salzsteinsteig, einem Fernwanderweg, der südlich nach Villach führt, bekomme. Also mache ich nicht die Schleife über Admont, das Mittagessen fällt aus und ich freue mich, dass ich vielleicht drei Kilometer eingespart habe. Bei genauerem Studium der Karte fällt mir allerdings auf, dass ich schon viel früher hätte abkürzen können und der Umweg vom Streckenverlauf her über Admont völlig unnötig ist. Ich bin 400Hm rauf und runter und sicherlich 7km Umweg gelaufen. Meine Freude über die Abkürzung ist dahin und mein Vertrauen in die Streckenführung von Alex auch. Es ist sehr unbefriedigend, wenn man an eine Stelle kommt, wo man auch schon 2Stunden früher hätte sein können und Ausdauertraining brauche ich nun wirklich nicht. Dann geht es wieder lange hauptsãchlich auf Straßen hinunter nach Rottmann. Am Ende des Tages habe ich dann 1700mtr Abstieg, 800mtr. Aufstieg und 26km auf der Uhr. Ganz zum Schluß muss ich mich auch noch wegen eines Gewitters unterstellen und die zwei Zecken, die sich nur unwillig aus meiner Haut ziehen lassen, erwähne ich noch am Rande. Es reicht und ich nehme mir in Rottenmann beim Steirer Wirt ein Zimmer mit warmer Dusche und mache mal wieder Sockenwäsche. Wenn ich mir den Salzsteinweg und die Berge um mich herum anschaue, werde ich wohl auch die nächsten Tage immer wieder auch Schneestapfen können. Ich bin entweder zwei bis drei Wochen zu früh aufgebrochen oder der Winter ist hier nach dreißig Jahren erstmalig mal wieder zwei oder drei Wochen zu lang. Morgen soll es wieder schönes Wetter geben und für heute bin ich versorgt und habe ein schönes Zimmer.

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