13.06.

Es ist noch früh gegen 6 Uhr, als ich keine Ruhe mehr finde und meine Sachen packe. Frau Ladini hatte die Frühstückzutaten in den Kühlschrank gestellt und ich kann mir sogar zwei Butterbrote für den Weg machen. Dann geht es wieder bergauf und die Sonne scheint schräg auf die hellgrünen Blaubeerbüsche. In der Morgensonne sieht alles knackig grün aus und ich kann den Blaubeeren beim Reifen fast zusehen. Schätze in einer Woche sind sie soweit. Es geht durch einen dichten Wald und irgendwann beginnt die Baumgrenze. Ich wandere lange über breit gerundete Bergrücken, die mit Moosen und anderen nur noch flach wachsenden Kräutern und Blaubeeren begrünt sind. Ich gehe wie auf einem Teppich. So ähnlich stelle ich mir das schottische Hochland vor. Immerhin geht es auf über 2000mtr. und immer noch gibt es eine Pflanzenschicht mit Erde. Erst als es dann über die Latterscheidhöhe zum höchsten Punkt der Brettlspitze mit 2320mtr. geht, muss ich auch schroffes Gestein überklettern. Nachdem es zunächst sehr dunstig ist, klärt es allmählich auf und die Sonne und der blaue Himmel erscheint. Die Aussicht ist grandios. Es zieht sich aber noch eine ganze Weile und es sind noch drei Gipfel zu überschreiten, als ich endlich die Turracher Höhe unter mir liegen sehe. Um einen schönen See ist ein Skigebiet  errichtet worden und leider wirkt auch dieser Ort jetzt ziemlich ausgestorben. Es gibt nur zwei offene Bettenburgen, wo Bustouristen nächtigen. Da bekommen mich keine zehn Pferde unter und ich versuche mein Glück beim Anrufbeantworter des Gasthaus Alpenrose. Hier bekomme ich keinen Rückruf und entschließe mich wieder aufzusteigen, um mir einen Zeltplatz zu suchen. Schließlich schleppe ich das Zelt ja schon drei Wochen mit mir rum und habe es erst einmal genutzt. Ich bin aber von der langen Tour ziemlich kaputt und hätte es lieber gemütlich mit Frühstück und so. Da die Alpenrose fast auf dem Weg des morgigen tracks liegt, beschließe ich, dort mal anzuklopfen. Und siehe da, die Tür ist offen und die Wirtsleute sind freundlich. Ich bekomme ein nettes Zimmer mit Dusche und werde mit einem Radler zwischen andere schon anwesende Gäste gesetzt, die sich um mich kümmern sollen. Ich gerate in ein Gespräch mit einem 72jährigen über seine sechsköpfige Motorradgang, mit der er alljährlich seine Touren durch Frankreich und Italien macht. Als noch neue Gäste kommen, verzeihe ich mich.. Ich bin doch ziemlich platt….und morgen wird es wieder lang. Das Wetter soll noch bis Sonntag halten..

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