19.06.

Nach einer ruhigen Nacht packe ich meine Sachen beim Neuwirth. Beim Frühstück sitzen zwei Männer neben mir, die gestern noch nicht im Gasthof anwesend waren. Schnell ergibt das Gespräch, daß sie auch den Karnischen Höhenweg gehen wollen und daß sie auch noch weiter wollen… nach Nizza! und schon seit… Wien unterwegs sind. Ich glaub es ja kaum. Sie heißen Alex und Rudi und kommen aus München. Bisher haben sie eine andere Route als ich genommen und so treffen wir uns hier zum ersten Mal. Obwohl es wahrscheinlich ist, daß ich nicht der Einzige bin, der dieses Jahr von Wien nach Nizza läuft, ist die Wahrscheinlichkeit gleich Verrückte unterwegs zu treffen doch sehr gering. Aber damit haben wir dann natürlich viel Gesprächsstoff gemeinsam und das Frühstück reicht bei weitem nicht aus. Die beiden haben auf der Feistritzer Hütte Unterkunft reserviert und schlagen vor, uns dort wieder zu treffen.

Das Wetter ist zunächst heiter bis bewölkt und der Weg geht relativ schnell von einer Forststrasse in einen steilen Steig über, der irgendwann die Görlitzer Alm erreicht und teilweise sehr schöne Ausblicke in das Gailtal und auf der anderen Seite des Kammes in die italienischen Alpen Richtung Tarvisio ermöglicht. Er führt sozusagen direkt an österreichisch-italienischen Staatsgrenze entlang, woran diverse Schilder und eine Geschützstellung aus dem 1. Weltkrieg keinen Zweifel lassen. Ich besichtige eine feuchte dunkle befestigte Manschaftsunterkunft und komme später noch an zwei ehemaligen zugemauerten Geschützstellungen vorbei. Dann geht es wieder steil bergab bis zu einem Sattel und dann wieder größtenteis durch Wald steil bergauf. Da kommen dann wieder einige Höhenmeter zusammen. Es gibt eigentlich keine einladenden Fleckchen für eine Pause und so laufe ich durch bis zur Feistritzer Alm. Von der vorgeschlagenen Etappe sollte es noch eine Stunde weiter zur Dolinzalm gehen, aber ich beschließe hier zu übernachten, um Alex und Rudi wieder zu treffen. Auf Rudi wartet dann auf der Hütte noch eine Überraschung in Form eines Freundes mit seiner Frau, von deren Anwesenheit er nichts ahnt. Diese sind extra die 1100HM mit E-bikes herauf gefahren, immerhin schon über 70zig. Die Überraschung gelingt und wir haben noch eine amüsante Unterhaltung und weiteren Austausch über unsere Wanderung. Zwischenzeitlich ziehen mal dunkle drohende Gewitterwolken herbei, aber es regnet nur wenig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ein Gedanke zu “19.06.”