21.06.

Ich verlasse den Alpengasthof Plattner und habe mal wieder den Zimmerschlüssel in der Tasche. Gottseidank bemerke ich es noch auf den ersten zweihundert Metern. Nassfeld ist auch so ein Skigebiet, welches eher im Winter Charme hat. Zig Seilbahnen führen auf alle umliegenden Höhen, die befahren werden können. Über allen thront der Roßkogel, der monte cavallo, aus dessen Wand gestern die Klettersteiggeher gerettet wurden. Nachdem ich dem Skigebiet entkommen bin, wird es alpiner und ich bewege mich weiterhin mehr oder weniger auf der österreichisch italienischen Grenze entlang und beobachte einen vermutlich italienischen Heerestransporthubschrauber bei scheinbar Übungsmanövern. Er hat zwei Rotoren und ist schon ganz schön groß. Dann geht es lange Zeit im Fels entlang und an in den Fels gehauenen Schützenstellungen und halb verschütteten Schützengräben. Ein ganzer Kamm ist sozusagen durchpflügt. Eine Wahnsinnsarbeit. Dann geht es erstmal wieder bergab und auf der Straninger Alm kann ich bei einer Bratwurst die einheimischen Bauern beim Druckbetanken beobachten. Was die in kürzester Zeit an Bier, Wein und Schnäpsen wegpacken ist schon bemerkenswert. Und ich nicht den Eindruck, daß sie nüchtern angekommen sind. Dann schwingen sie sich irgendwann auf ihre John Deere- und Steyrtraktoren und rattern davon.

Es geht wieder aufwärts und regnet ein bisschen, aber eher Nieselregen, wo Regenschutz nicht lohnt. In der Ferne fängt es aber an zu grollen und zu donnern. Das in der Richtung, in die ich muss. Der Himmel ist dunkelgrau und ich weiß, da kommt was. Also gebe ich mal wieder Gas. Aber es sind noch ca. 7km und mir ist irgendwie klar, dass sich das nicht ausgeht. Immerhin bin ich schon in der Nähe der Schutzhütte, als mich das Gewitter erwischt. Es blitzt und donnert und ich ziehe den Kopf ein. Es regnet immer heftiger, die Schuhe sind durch und als ich die Hütte erreiche, fängt es für zwanzig Minuten an zu schütten und ich bin heilfroh doch noch irgendwie rechtzeitig die Hütte erreicht zu haben. Die Frage ist, wie es Alex und Rudi ergangenen ist. So eine warme Hütte ist doch was Wunderbares.

Die Beiden kommen sehr spät, hatten dafür aber kein Rendezvous mit dem Gewitter, sondern nur Regen. Diesmal waren sie dem falschen Track gefolgt und hatten sich irgendwie ca. 2 Stunden durchs Unterholz geschlagen. Also auch die App Komood hat also ihre Schwächen. Auf der Hütte treffe ich auch zwei Franzosen, die von Triest nach Monaco laufen. Sie haben riesige Rucksäcke dabei und wollen, wenn möglich, auch zelten.

Diesen Blog konnte ich mangels Netz erst heute senden… Macht Euch also keine Sorgen, wenn ich mich mal ein, zwei, drei Tage nicht melde. Das Netzproblem wird in Italien eher noch zunehmen…

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