02.07.

Die Schlüterhütte ist im Vergleich zu den Hütten zuvor fast schon überlaufen. Zum Frühstück bildet sich einen Warteschlange und alle Tische sind besetzt. Wir treffen auch zwei München – Venedig – Wanderer, die allerdings durch die Schneeverhältnisse gezwungen waren, den Alpenhauptkamm zu umgehen und erst hinter dem Brenner wieder weiter zu laufen. Sie sehen es locker und wollen die Alpen sowie nicht in einem Stück überqueren. Der Morgen ist wieder wunderbar. Strahlend blauer Himmel und angenehme Temperaturen. In der Nacht hat es wohl etwas geregnet. Nach kurzer Zeit sehen wir in einiger Entfernung den Aufstieg zum Kreuzjoch, ein steiles Zickzack im Geröll. Hinter dem Joch queren wir in die versicherte Roa-Scharte und haben danach einen grandiosen Blick in das Langental (Vallunga) mit dem Ort Wolkenstein. Auf der Puez – Hütte gibt es eine Stärkung. Normalerweise könnte hier eine Tagesetappe zu Ende sein. Aber wir wollen noch bis zur Piscardu-Hütte und wissen, dass es heute eine lange Tour wird. Es eröffnet sich immer wieder ein neuer Anblick und die Dolomiten zeigen sich von ihrer besten Seite. Es geht über die Nives-Scharte ins wildromantische Gardenatal und dann wieder in die Zivilisation in Form der Grödner Passstrasse. Hier ist wieder alles da, Seilbahnen, Motorräder, Autos und Touristen, die gerade mal hundert Meter aufsteigen und ausser Atem geraten. Es sind einfach nur immer Fototapetenmotive und das Wetter bleibt wider Erwarten stabil. Es geht durch eine wildromantische Schlucht steil bergauf und plötzlich sind wir auf einer Hochebene und fünf Minuten später sind wir auf der sehr schön gelegenen Piscardu-Hütte und kommen in Genuss eines wunderschönen Regenbogens. Ein langer wundervoller Tag geht zu Ende, auch wenn es wieder 1500Hm rauf und 1400Hm runter waren. Abends auf der Hütte treffen wir zwei Frauen mit ihren Hunden, die leider nicht nur schöne Erlebnisse hatten. Sie mussten über große Schneefelder queren und dabei war es teilweise auch sehr steil. Jedenfalls waren sie froh, endlich die Hütte zu erreichen und ich konnte mit ihnen fühlen. Schließlich hatte ich in den ersten zwei Wochen auch meine Probleme mit steilen Altschneefeldern..

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