07.07.

Die Nacht war laut, heiß und schwül. Das offene Fenster und der nahe gelegene Bahnhof machen die Sache nicht besser. Es macht weder unser Quartier noch die Stadt selber attraktiv. Obwohl Bozen eine schöne Altstadt hat, beschließen wir die nächste Etappe zu verkürzen und ganz gemütlich aufzubrechen und uns nach der halben Etappe eine neue höher gelegene, ruhigere Unterkunft zu suchen. Eigentlich war nach der Hammeretappe von gestern ein Pausentag angesagt und ehrlich gesagt, haben wir ihn uns auch wirklich verdient. Aber letztlich geben die Tatsache, dass es Sonntag ist, alle Geschäfte zu haben, die 2700Hm Aufstieg der nächsten Etappe bis zur Meraner Hütte und das instabil angekündigte Wetter der nächsten Tage den Ausschlag. Ganz gemütlich ist allerdings so eine Sache….

Am Stadtrand geht es über einen asphaltierten Landwirtschaftsweg in den steil ansteigenden Weinberg. Der Straßenbauer hat sich wohl aus Kostengründen die Direttissima ausgesucht. Ich habe noch nirgends ein Straßenschild mit 35° Steigung gesehen, heute schon. Nach einer halben Stunde sind unsere Hemden völlig durchgeschwitzt und nach etwa 8km erreichen wir den Hirschen in San Genesio Atesino und haben uns wieder 800Hm aus dem Tal entfernt. Auf einer Terrasse genießen wir den Blick zurück auf den Rosengartengebirgsstock und können nicht glauben, dass wir gestern noch dort gewesen sind. Nach weiteren 200Hm und 2km Entfernung erreichen wir einen Reitergasthof, wo wir ein kleines, ruhiges Zimmer mit Aussicht auf den Rosengarten beziehen. Immerhin haben wir nun noch fast einen halben Pausentag in viel schönerer Umgebung. Die Wolken und die Sonne bieten ein wildes Naturschauspiel vor der Kulisse der Dolomiten.

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