10.07.

Ein bisschen Wehmut kommt beim Frühstück schon auf. Unsere gemeinsame Zeit geht langsam ihrem Ende entgegen. Da heute das Wetter ideal ist, und Robert sich nicht mit Straßenhatschern im heißen Etsch-Tal sein Urlaubsende versauen möchte, geht es, wie gestern schon geplant, auf den Franz-Huber-Steig und auf die Sattelspitze, um noch einen schönen Gipfel zu machen. Im Gegensatz zum Hochgang-Haus, wo wir ja gehen mussten, müssen wir heute steigen, sonst wäre es ja kein Steig… Eigentlich wollte ich ja weitere Steige auf meiner Wanderung meiden, aber Robert zu liebe bin ich gerne bereit, noch einmal wieder etwas Adrenalin frei zu setzen. Es handelt sich um einen Steig der leichteren Sorte und eigentlich muss man nur auf die Füße oder nach rechts schauen. Manchmal ist der Blick nach links etwas unangenehm. Das hat mit der Hangneigung zu tun. Menschen mit einer blühenden Phantasie malen sich dann in der Vorstellung aus, was passieren würde, wenn man den Steig verlassen würde. Diese Phantasien sind meistens nicht schön und es gibt ja eigentlich auch keinen Grund, den Steig zu verlassen, wenn er nun schon mal da ist. Der Gipfel der Sattelspitze belohnt uns neben einem atemberaubenden Tiefblick auch noch einmal mit einem wunderschönen Panorama und Weitblick in unser Wandergebiet, die Dolomiten. An der Lodner-Hütte stärken wir uns für den Abstieg auf die Nassereith-Hütte und nach einem doch langen Abstieg durch ein Wildbachtal mit spektakulären Wasserfall geraten wir unter die Oberstdorf-Meran-Alpenüberquerer, die sich hier in nicht unerheblicher Anzahl versammeln. Wir ziehen uns nochmal auf Liegestühle in der Sonne zurück und genießen die Ruhe abseits der Hütte. Für die meisten in der Hütte und Robert ist morgen im Tal wohl Schluss, ich werde noch ein bisschen weiter.

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