17.07.

Die Nacht ist irgendwie kurz geraten und bevor wir wieder im Rifugio frühstücken, müssen wir uns noch von unseren Wirtsleuten verabschieden und werden zu einem Kaffee auf den Weg eingeladen. Der Kaffee ist typisch italienisch in der Caffeteria gekocht. Traditionell gibt es den Kaffee als Espresso correto, also als anständigen Espresso. Bevor die Wirtin aber den Kaffee mit dem Grappa verdünnt, leisten wir heftigen Wiederstand. Es ist gerade mal 7.00Uhr morgens und wir haben noch genug Restalkohol…Zu unserer Entschuldigung muss gesagt werden, daß Rudi und Alex gestern auch ihre 1000km Marke überschritten haben und dies ist nun mal ein guter Grund zu feiern. Der Abschied fällt herzlich aus und wir bekommen noch einen Beutel Marillen in die Hand gedrückt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück im Rifugio geht es dann mal wieder heftig bergauf. Durch das Vermoleratal zieht der Weg zunächst an Almen vorbei und ich möchte mein eigenes Tempo gehen. So trennen wir uns zeitweilig und ich steige voran. Das Gelände wird zunehmend hochalpin und nach dem Passieren von zwei Bergseen geht es steil über den 2700mtr. hohen Vermolera-Pass ins Valle di Sacco zum Rifugio Malghera. Dort hat eine Spinne mitten über den Weg ein Netz gespannt. Ich halte es für optimistisch, hier fliegende Insekten zu fangen, aber die Spinne wird schon wissen, was sie tut. Ich mache eine Pause am schön gelegenen See Pian di Lago und treffe zwei Tschechinnen aus Prag, die mit 19kg Rucksäcken eine Woche durch die Berge ziehen und im Zelt schlafen. Es sind Lehrerinnen, die die Einsamkeit der Bergwelt nach der Arbeit mit den vielen Kindern sehr schätzen. Sie sind gar nicht mehr so jung und ich spreche ihnen meine Anerkennung aus. Nachdem sie weiter gezogen sind, tauchen auch Rudi und Alex auf und wir erreichen nach etwa 1 Stunde das Rifugio Malghera. Wir sind ca. 1200mtr. aufgestiegen und 900mtr. hinab und haben somit unser Tagessoll erreicht.

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