29.07.

Der Tag beginnt mit einem strahlend blauen Himmel und Schwerlastverkehr unter dem Hotelzimmerfenster. Ich kaufe zuerst Autan, denn ich möchte mich den Mücken und Bremsen nicht so ausgeliefert fühlen. Nachdem ich mich entsprechend eingenebelt habe, breche ich in Richtung Forno auf. Ich möchte Anschluß zum GTA, dem italienischen Weitwanderweg gewinnen und dieser verläuft über Campello di Monti, nur 2 Stunden Aufstieg von Forno entfernt. Es existiert ein Wanderweg, aber die einschlägigen Berichte raten zum Busfahren. Der Weg würde seit Jahren nicht mehr gepflegt. Da ich schon genug Botanikstudien betrieben habe, verzichte ich darauf, den Weg wieder zu finden. Also geht es 14 km die Straße hinauf, da der Bus erst gegen 11.00Uhr fährt und ich by fair means ja eh nicht mit dem Bus fahren darf. Die Straße ist schmal und hat vielfach Leitplanken, was das Ausweichen der entgegen kommenden Autos nicht einfacher macht. Unterwegs bekomme ich an zwei Stellen einen Eindruck des Wanderweges und weiß, es war richtig die Strasse zu gehen. In Forno esse ich eine Kleinigkeit und dann geht es weiter nach Campello di Monti, einem Ort, der weitgehend verlassen wurde und nur noch im Sommer von einigen Wenigen bewohnt wird. Hier ist eine Unterkunft für GTA Wanderer. Als ich allerdings eintreffe, hängt ein Zettel an der Tür. Der Schlüssel könne da oder da abgeholt werden. Irgendwie ist es noch zu früh  und auch etwas zu unpersönlich. Ich beschließe trotz den 20km und 1000Hm noch zur nächsten Etappe nach Rimella zu gehen. Es sollen nur noch 3,5 Stunden sein und ich wäre rechtzeitig zum Abendessen dort. Der Weg ist sehr schön und lässt sich leicht gehen. Es sind überall Almen mit den hier charakteristischen steingedeckten Hütten. Es ist hier Walserland. Dieser alemannische Volksstamm hat im Mittelalter die Alpen in verschiedene Richtungen durchzogen und besiedelt und ursprünglich Walserdeutsch gesprochen. Der Abstieg zieht sich allerdings. In der Albergo di Fontana gibt es kein Bett mehr.. Es ist alles ein bißchen chaotisch. Ich solle warten. Es sind verschiedene Gruppen und Paare in der Albergo. Der größte Teil sind Deutsche, aber auch Belgier und Franzosen. Ich darf dann in der Albergo duschen, werde aber später in einem leerem Haus nebenan einquartiert, genauer gesagt.. um Mitternacht. Dazwischen entspannt sich um 20.00Uhr beginnend das cena, das Abendessen. Es gibt fünfzehn Gänge! Ich kann sie hier nicht alle aufzählen, aber zum Schluß, wo die eigentlichen Hauptgänge kommen, kann ich nicht mehr. Ein so opulentes Mahl habe ich noch nicht gegessen. Und ich empfand das Essen dann auch als den anstrengensten Teil des Tages, obwohl 1600Hm bergauf und 800Hm bergab sicherlich nicht wenig sind. Damit bin ich dann also im Piemont und auf dem GTA gelandet, den ich die nächsten Wochen verfolgen werde. Bei der Brücke handelt es sich übrigens um eine original römische Brücke… Leider sind hier die Netze nicht so ausgebaut und es kann eine Weile dauern, bis ich wieder einen Bericht aus den Tälern des Piemont heraus bekomme.

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