31.07.

Es liegen ca. 20 Personen auf dem Dachboden des Rifugio und sobald der Erste in seinen Sachen kramt, sind die Anderen wach. Das ist um 7.00Uhr der Fall. Irgendwie ist mir diese geballte Ladung an Deutschen doch etwas viel und wenn ich den Etappen folge, bleibe ich die nächsten Tage mit diesem Club zusammen. Sie sind alle irgendwie nett, aber vielleicht bin ich schon ein bisschen zu inkompatibel mit deutschen Menschenansammlungen geworden. Jedenfalls möchte ich nicht nach einem halben Tag wandern wieder mit den gleichen Leuten abhängen. Ich beschließe die Etappe zu doppeln, also an einem Tag zwei Etappen zu laufen. Die nächste Etappe wäre Carcoforo, ein altes Bergdorf. Es geht über den Colle d’egua, von dem man angeblich einen phantastischen Blick auf das Monte Rosa Massiv haben soll. Leider sind die Berge und der Pass in Nebel gehüllt. Es geht über Almen steil hinab nach Carcoforo. Unterwegs sehe ich einen Schäfer mit einer großen Schafherde, die den Berg hinauf zieht. Carcoforo ist eine pittoreske Ansammlung eng stehender alter Steinhäuser, zum grossen Teil unbewohnt. In der posto tappa, der „Etappenunterkunft“ des Ortes mache ich eine kurze Kaffeepause und dann geht es zum nächsten Pass, den Colle del thermo. Es geht relativ schnörkellos steil 1000Hm rauf und dann wieder runter. Unterwegs treffe ich ein Schweizer Pärchen, welches den GTA in der umgekehrten Richtung geht und in Ventimiglia begonnen hat. Sie warnen mich vor einem aggressiven weißen Hund, der sie lange auf der anderen Bergseite verfolgt und verbellt hat. Beim Abstieg passiere ich eine Schäferunterkunft und direkt neben dem Weg befindet sich ein kleiner Verschlag. Als ich fast vorbei bin, sehe ich in Höhe meiner Unterschenkel eine Kette und ein Stück weißes Fell mit einem Hundeschwanz dran. Der Rest liegt in dem Verschlag und schläft Gottseidank. Dann kommt endlich Rima, der nächste Etappenort in Sicht und ich bekomme problemlos ein Bett in einem modernen posto tappa.

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