01.08.

Ein neuer Monat bricht an. Ich bin teilweise nicht mehr im Bilde, welcher Tag gerade ist und gestern fragte mich ein GTA Wanderer, wie denn meine nächsten Etappen wären? Ich weiß es nicht. Ich beschäftige mich eigentlich nur immer mit der Etappe des nächsten  oder maximal des übernächsten Tages. Dadurch, dass ich den Track einfach akzeptiere, muss ich mich nicht weiter um die Planung kümmern. Die meisten Wanderer versuchen zumindest von Tag zu Tag zu reservieren, um sicher eine Unterkunft zu finden. Ich bin nun schon so lange unterwegs und musste noch nie weiter ziehen. Auch meine Absicht öfter zu zelten habe ich zurück gestellt. Warum soll ich mir im Piemont Tütensuppen kochen und auf eine warme Dusche verzichten, wenn die Infrastruktur bisher so gut ist. Ok, es ist manchmal in den Lagern nicht ganz so ruhig, aber ich habe immer recht gut schlafen können. Heute morgen bin ich der Erste, der beim Packen seiner Sachen die anderen vielleicht stört. Um 7.00Uhr bekomme ich ein für italienische Verhältnisse fürstliches Frühstück. Aber der Aufstieg zum Colle del Mud fällt mir sehr schwer. Irgendwie habe ich die doppelte Etappe von gestern in den Knochen und es geht fast 1000Hm ununterbrochen steil in kleinen Serpentinen bergauf. Kurz hinter dem Pass ist ein Rifugio, wo ich erst einmal eine längere Pause mache und eine Fanta trinke. Dann macht mich der Hüttenwirt auf einen Gänsegeier aufmerksam, der über uns kreist und leiht mir sein Fernglas. Es ist ein großes Tier, daß mühelos in der Thermik segelt. Ich kann höchstens auf die Schnauze segeln und Möglichkeiten gibt es beim Abstieg genug. Immerhin, als mir eine Gruppe schweißtriefender und schnaufender Österreicher langsam entgegen steigt, segel ich betont leichtfüßig und schnell an ihnen vorbei. Da bin ich schon ein bißchen gemein, obwohl ich auf der anderen Seite des Passes genauso ausgesehen habe… na ja fast. Also ganz so schlimm war es wohl doch nicht 

Irgendwann erreiche ich Alagna (im Lande) , ein touristisch und verkehrmässig erschlossenes Walserdorf. Nach einer längeren Mittagspause geht es dann hauptsächlich über Straße in ein Seitental zum Rifugio S’ant Antonia di Val Vogna, wo ich in einem alten gemütlichen Gebäude ein Bett und ein gutes Abendessen bekomme. Hier bin ich schon in der Provinz Aosta vom Piemont.

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