02.08.

Pünktlich um 7.00Uhr gibt es ein italienisches Frühstück.. ein bisschen Weißbrot und Marmelade. Da für den Nachmittag mit einer geringen Wahrscheinlichkeit Gewitter angesagt sind, mache ich mich zeitig auf den Weg, der zunächst dem Fluss folgt. An einer Brücke, die die napoleonische Armee gebaut hat, geht es dann von Hochtal zu Hochtal immer höher. Unterwegs treffe ich noch einmal auf eine Herde Angusrinder und irgendwann erreiche ich eine bewirtschaftete Sennerei, die Alpe Macagno auf fast 2200mtr. gelegen. Ein sehr schöner Platz, an dem zunächst fünf Hunde bellend auf mich zustürzen, sich dann aber doch beruhigen. Nach einigen Rufen kommt dann auch ein junger Mann und fragt, ob ich etwas essen möchte. Das war mein Plan, da mein Magen schon in den Kniekehlen hängt. Ich bekomme ein gutes Stück Käse mit Brot und einen Kaffee. Er spricht sehr gut Englisch und erzählt, daß er als Hilfe eine Auszeit auf der Alm nimmt und aus Mailand kommt. Während ich pausiere, donnert es hinter einem Bergkamm und der Wind frischt auf. Es wird Zeit, daß ich Gas gebe. Es liegen drei Pässe vor mir, wo mich das Gewitter nicht erwischen soll. Glücklicherweise grollt es immer nur, und der Himmel verdunkelt sich. Ein paar Tropfen fallen, aber dann bleibt es doch trocken. Als ich den letzten Pass überquere, schaue ich in graue Wolkenschleier und nach kurzer Zeit erreiche ich das Rifugio Rivetti schon zur Mittagszeit. Das gibt mir die Gelegenheit, im Lager ein bisschen zu schlafen. Als ich gegen Abend vor die Hütte trete, sind die Wolken verschwunden und ich schaue auf die italienische Tiefebene, die ich in ein paar Stunden erreichen könnte. So nahe und trotzdem liegen noch etwa vier Wochen und 600km Berge zwischen mir und dem Mittelmeer.

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