03.08.

Wie ein Adlerhorst thront das Rifugio über dem Valle Cervo. Ich habe noch in der Dunkelheit ein Foto der italienischen Tiefebene mit den Lichtern der Großstadt Biella gemacht. Auf dem teilweise steilen Wanderweg abwärts nach Piedicavallo kommen mir Scharen von Wanderern entgegen. Es sind gegen sämtliche bisherigen Erfahrungen italienische Wanderer. Jedenfalls sind mir bisher fast nur Deutsche, Franzosen, Schweitzer und Belgier auf dem GTA begegnet. Es ist Samstag und das Rifugio ist vom Parkplatz in Piedicavallo relativ gut erreichbar, wenn man von den 1100mtr. Höhenunterschied einmal absieht. Auch ein Hubschrauber kommt viermal geflogen, um das Rifugio zu beliefern. Es ist schon beneidenswert, wie einfach er die Höhe überwindet. Als gerade mal der traffic nachlässt quert auch eine Gemse das Tal und turnt mühelos die Felsen hinauf. In Piedicavallo gönne ich mir ein Eis, bevor mich der GTA auf das Rifugio Madonna delle Neve führt. Keine Ahnung, warum er das macht. Denn ich könnte auch den Uferweg weiter gerade aus gehen und bräuchte nicht nochmal 450HM auf und ab zu steigen. Okay, es gibt nochmal eine tolle Aussicht auf die Ebene und das Wetter ist auch klasse, aber so wirklich nachvollziehbar ist es nicht. Genauso wenig wie die Tatsache, daß im Hühnergarten des Rifugio ein spanischer Ritterhelm auf einem Stock sitzt??? Soll er die Raubvögel von dem Hühnervolk fernhalten? Leider reichen meine Sprachkenntnisse und die des Hüttenwirt nicht aus, um es zu erörtern.

Es geht mal wieder hinunter nach Rozzaza, wo sich ein walserstämmiger Architekt und Wohltäter in verschiedenen Baustilen ausgetobt hat, was dem Dorf etwas Kurioses gibt. Ansonsten scheint um die Mittagszeit hier der Hund begraben zu sein. Also weiter zum Sanktuario San Giovanni, einem Kloster, das gleichzeitig aber auch Posto Tappa, Jugendheim, Hotel und Restaurant ist. Hier bekomme ich endlich etwas zu essen und auch wieder eine Unterkunft.

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