07.08.

Um 6.45Uhr klingelt leise mein Smartphone und gleichzeitig erheben sich Alessio und Georgio von ihren Betten. Als wir unsere Sachen gepackt haben und den Stallboden verlassen, hat Alessio schon in der kleinen Küchenhütte Kaffee gekocht. Wir werden gefragt, ob wir Butter in den Kaffee wollen? Eine zunächst eigentümliche Frage, wo wir doch an der Quelle sitzen. Aber die Milch von gestern ist schon im Käsezuber und heute wird erst noch gemolken. Es gibt ja keinen Kühlschrank, um die Milch frisch zu halten. Zu dem Kaffee gibt es noch zwei Biscottis und dann brechen wir nach einer herzlichen Verabschiedung auf. Wir starten wieder im Nebel und nach einer Weile beginnt es zu regnen. Der Weg wird im Wanderführer als besonders schwierig beschrieben, weil er durch steile Hangwiesen führt, die bei Nässe tückisch sein können. Wir empfinden ihn jedoch trotz Regen als nicht besonders schwierig. Nach einiger Zeit zieht ein grollendes Gewitter heran und wir suchen in einer verlassenen Almhütte Schutz und warten den weiteren Verlauf ab. Aber nach kurzer Zeit hört es auf zu regnen und wir ziehen weiter. Die Sachen sind mittlerweile alle nass und in den Schuhen quatscht das Wasser. Selbst mit den besten Goretex-Bergschuhen hat man auf Dauer in nassen Bergwiesen keine Chance auf trockene Füße. Es geht dann über verschiedene Almen und zwei Weiler nach Fondo, wo sich der nächste posto tappa befindet. Beim Auspacken und Trocknen bemerken wir noch einen Gruß von der Alpe Chiaromonte. Alles riecht irgendwie streng nach Kuhstall, nur unsere Socken und Schuhe nicht. Nach einem erneuten Regenguss und Donnergrollen tritt dann auch wieder die Sonne hervor und hilft beim Trocknen der Sachen. Wir landen wohl im ehemaligen Zimmer einer der Töchter der Wirtsleute. Jedenfalls schauen diverse Plüschtiere auf mein Bett.

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