08,08.

Das Bett war sehr hart und das Frühstück leider mal wieder italienisch. Für eine lange Wanderung ohne Imbißmöglichkeiten ist das schon hart, weil die vier bis acht Kalorien schnell verbrannt sind. Es geht zunächst an einem glasklaren Bergbach auf einer Mulleteria bergauf, dann über verschiedene Almen zur Bochetta delle Oche. Selbst über 2000mtr findet noch Weidewirtschaft statt und Petra traut den Hornviechern nicht über den Weg. Die Kühe haben hier tatsächlich noch Hörner, wie sich das gehört. Ich kann eine Kuh mit meiner Autorität nicht überzeugen, aus dem Weg zu gehen, und eine gerade aus dem Kälberalter entwachsene Jugendliche steht auch in der Nähe. Vielleicht sind da ja doch noch mütterliche Schutzinstinkte, und ich als der auf jeden Fall vom Aussehen her Klügere gebe nach, und wir machen einen kleinen Umweg. Man soll Streit mit Rindviechern aus dem Weg gehen. Jedenfalls geht Petra als Flachlandtirolerin und Alpensenkrechtstarter bei 2400mtr. ziemlich die Puste aus, und auch als die Kühe aus dem Weg sind, ist der Vortrieb auf den letzten Metern auch Rucksackbefreit nur noch eingeschränkt. Ein französisches Pärchen, welches sich von der anderen Seite des Kammes herauf gekämpft hat, macht uns keine Hoffnung auf einen sanften Abstieg. Sie gehen auf der gleichen Seite wieder hinunter nach Piamprato, unserem Etappenziel, hinab. Nach etwa einer Stunde Abstieg treffen wir uns bei einer Bachüberquerung wieder und ich bestätige Ihnen… ce chemin a ête merde… der Weg war nicht gut. Kaum zu erkennen durch Gebüsch und steil über rutschige Steine erfordert er volle Konzentration und gute Beinarbeit. Leider wollen Petras Beine bei diesen Arbeitsbedingungen in den Generalstreik treten und nur die Aussicht auf eine heiße Dusche und ein Bett können die Zentrale motivieren noch entsprechende Aktionspotenziale durch das ZNS zu senden. In Piamprato bekommen wir als Einzige im ehemaligen Schulhaus und posto tappa ein Bett, müssen allerdings zum Abendessen in ein Ristorante in der Nähe. Der Eingang unseres Domizils ist über eine Treppe zu erreichen. Die letzten Meter zur Dusche schafft Petra noch vorwärts die Treppe hinauf, den Weg zum Ristorante nur noch rückwärts die Treppe hinunter. Sollten morgen irgendwelche Bewegungseinschränkungen auftreten, würde uns das beide nicht überraschen. Es ist wohl ein Pausentag angesagt.

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