09.08.

Petra entwickelt beim Verlassen des Bettes eine neue Klettertechnik und entscheidet sich für den Abstieg auf der Eingangsleiter immer noch für den Rückwärtsgang. Aber die Hoffnung auf ein unitalienisches Frühstück ist nicht unberechtigt. Allerdings muss ich noch auf den Abend zuvor zurück greifen. Wie schon gesagt, findet die Versorgung mit Essen nicht in der posto tappa sondern in einem nahegelegenen Ristorante statt. Und wen treffen wir zum Abendessen und nun auch zum Frühstück? Die elf Schwoab, weischt, di wo fo dera Rifuschio Coda, di wo da wäret, du weischt scho, nidde… Wir versuchen unsere Nationalität zu verleugnen und grüßen mit Buena Sera, aber irgendwie sieht man auch uns das Deutschsein an oder unsere im Gegensatz zu den Schwaben leise geführte Konversation verrät uns. Ein Teil der Gruppe wünscht uns jedenfalls eine gute Nacht und eben auch wieder einen guten Morgen. Dann sind sie irgendwann weg nach ihrem Frühstück und himmlische Ruhe macht sich in dem Ristorante breit. Die sind wir los, denke ich, da wir ja jetzt einen Pausentag haben. Allerdings weißt Petra darauf hin, daß die nächste Etappe eigentlich einen Bustransfer beinhaltet. Die eine Etappe des GTA endet in Piamprato, wo wir uns befinden und die nächste Etappe beginnt in Ronco. Dazwischen liegen 9km Straße und 600Hm Abstieg . Dafür werden ca. 2,5Std Teerwanderung oder 30 Minuten Busfahren veranschlagt. Da die nächste Etappe von Ronco nach Talosio keine Unterkunfts möglichkeiten bietet und über 6Std. lang ist, würde dies bedeuten, morgen entweder 8,5 Std zu wandern oder morgens um 9.30Uhr mit dem Bus nach Ronco zu fahren und dann sehr spät los zu kommen.

Also gibt es folgenden Entschluß. Der Pausentag für Petra besteht weiterhin. Aber um 17.15Uhr fährt sie von Piamprato 30 Minuten mit der zweiten Transfermöglichkeit des Tages mit dem Bus nach Ronco und wir wechseln damit heute noch die Unterkunft, um morgen frühzeitig von Ronco starten zu können. Ich habe mir ja in den Kopf gesetzt, durch die Alpen zu gehen und nicht zu fahren. Also beiße ich in den sauren Apfel und laufe die neun Kilometer Straße. Unterwegs sehe ich auf halber Strecke in Valprato di Solana vor einer Pizzeria eine wild gestikulierende Frauengestalt mit Smartphone und stark schwäbisch italienischen Akzent. Das sind sie… denke ich und eile weiter. Kurze Zeit später erhalte ich von Petra eine Sms aus dem Bus. Sie sind hier im Bus, bitte beeil Dich und nehme eine Unterkunft, bevor sie sie nehmen. Ich komme zur gleichen Zeit wie Petra, die Schwaben und der Bus in Ronco an. In Ronco gibt es nur eine Unterkunft. Gemeinsam erreichen wir die Unterkunft. Da die Schwaben augenscheinlich reserviert haben, lassen wir sie vor. Als wir dann endlich an der Reihe sind, teilt uns der Albergobesitzer mit… me dispiace, ma tutto completto.. Gibt es sonst eine Möglichkeit.. oh, es sieht nicht gut aus, es ist Ferienzeit und alles ist besetzt. Petra bedeutet ihm, daß wir auch im Flur schlafen würden.. Der Signore zückt sein Smartphone… aspertare.. und ruft irgendwo an, aber anhand der Mimik und.. ah, si.. completto wird klar: erster Versuch gescheitert. Dann greift er zum Äußersten.. er ruft la Mama an..und si, bene! Wir haben ein schönes Zimmer, welches eigentlich nicht vermietet wird und sich außerhalb Schwäbischer Lauthalsigkeit befindet. Als wir dann in der einzigen Pizzaria neben gutem Essen und Wein auch noch das volle italienische Ambiente mitbekommen und die Schwaben nicht zu sehen und zu hören sind, ist der Abend perfekt.

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