11.08.

Aufgrund des Wetterberichtes haben wir uns entschieden, um 6.00Uhr ohne Frühstück aufzubrechen. Heute stand eine bis auf Busfahren alternativlose Etappe von Talosio nach San Lorenzo auf dem Programm. Die beinhaltet eine stamme Bergwanderung von insgesamt 1400Hm rauf und 1500Hm runter. Dabei ist das Gemeine, daß es nicht einfach einmal hoch geht und dann wieder runter. Das Höhenprofil der Wanderung entspricht dem eines Vulkanes, wobei der Kratersee Lago d’Eugio heißt und ein Stausee ist. Solche Gegenanstiege sind, nachdem man schon eine ganze Weile abgestiegen ist, nochmal besonders anstrengend. Beim Aufstieg auf den Monte Arzola haben wir noch relativ gute Sicht und können sogar einen Blick auf den Gran Paradiso erwischen und auch am Stausee gibt es noch sonnige Momente, aber beim Abstieg dann von der dem gegenüber liegenden Kraterrand entsprechenden Alpe di Colla ziehen die Wolken vom Tal herauf und hüllen uns lange Zeit in Nebel. Kurz vor San Lorenzo beginnt es dann zu tröpfeln und zu donnern, aber das befürchtete Gewitter bleibt aus. Unterwegs stürze ich auf einen meiner Treckingstöcke und zerbreche ihn dabei. Da der Abstieg sehr steil ist, suche ich nach einer Lösung, ihn zu reparieren. Auf der Alpe di Colle finde ich ein Stück Kunststoffwasserleitung und schiene den Bruch damit. In der Albergo erwartet uns dann zum Abendessen eine Reihe von typisch piemontesischen Vorspeisen, die so sättigend sind, daß wir auf Pasta und Dolce verzichten müssen. Simone, die Wirtin, ist echt klasse und erklärt uns die einzelnen Speisen auf Englisch und ist auch stolz auf ihre Eigencreationen. Das Essen ist sehr lecker und diese Küche können wir wärmstens empfehlen. Eigentlich wäre noch viel zu erzählen, von der Disco im Zelt gegenüber, vom Hühnerstall unter unserem Balkon, dem italienischen Ambiente, dem kranken Schaf, aber ich bin müde und Petra schläft schon. Doch eines muss ich noch loswerden. Ich habe einen freilaufenden Wolf gesehen, oben am Lago d’Eubio. Ich bin mir da sehr sicher und es war lange bevor evtl. der Rotwein die Wahrnehmung hätten trüben können.

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