16.08.

Heute gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Ich wechsel vom Val Grande ins Val di Ala nach Balme und dazwischen liegt ein Gebirgszug. Die kürzeste Verbindung ist über den Colle de Trione und dazu muss man vom Val Grande 1670m aufsteigen und ins Val di Ala 1230m absteigen. Da die Wolken wieder in nördlicher Richtung aufsteigen, habe ich vor dem Paß noch ganz gute Sicht und teilweise Sonnenschein und hinter dem Pass Nebel bzw. Wolke. Am Pass beobachte ich eine Gemse mit ihrem Kitz, die sich allerdings zurück ziehen, als sich eine junge Engländerin von der anderen Seite nähert. Sie trägt einen Rucksack, der doppelt so groß ist wie meiner. Die Frage nach dem Rucksackgewicht kann oder will sie mir nicht beantworten. Sie ist auch alleine unterwegs und daß sie diesen Riesentrumm hier hoch geschleppt hat, ringt mir Bewunderung ab. Sie will im Tal zelten und nicht ins Posto Tappa. Sie schwärmt allerdings von dem Posto Tappa Les Montagnards in Balme, welches mein Etappenziel ist. So kann ich mich auf dem langen Abstieg mit schwieriger Wegfindung schon mal freuen. Und tatsächlich ist es eine sehr schöne Unterkunft und ich bekomme ein geschmackvoll eingerichtetes Zimmer mit eigenem Balkon. Zum Abend gibt es erlesene Vorspeisen und als primi piatti selbstgemachte Ravioli mit einer fein abgestimmten Sauce und als secondo piatti Gulasch vom Esel. Ich weiß nicht, was das arme Tier verbrochen hat, aber das Fleisch ist superzart und schmeckt eher nach Kalb als nach Pferd oder Wild. Da Ines und ich schon mal 230km in den Cevennen mit einem Esel namens Uana gewandert sind, sind meine Gefühle zwiegeteilt. Esel stehen normalerweise nicht auf der Speisekarte, und wir mochten Uana trotz aller Schwierigkeiten sehr. Aber diesen Esel, bzw. ein Teil von ihm mag ich auch sehr. Ich habe während des Essens noch einen unterhaltsamen Abend mit den beiden Schweizern Marga und Rudi und einen Pärchen aus Stuttgart, das fast nicht schwäbelt, am Nebentisch.

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