18.08.

Nach einer Vollmondnacht auf 2500Hm geht es 10km über einen schmalen Steig, der nicht umsonst Passo di Capra (Paß der Ziegen) heißt zum Rifugio Cà d’Asti, und von dort aus auf den Rocciamelone, dem höchsten Wallfahrtsberg der Alpen. Dieser Berg ist ja der Grund, warum wir gestern noch soviel gewandert sind. Und unsere Rechnung geht auf. Es ist strahlend blauer Himmel und erst ab dem Rifugio treffen wir auf viele Wanderer, die sich auch aufgemacht haben, um diesen berühmten, leicht zu besteigenden Berg zu erklimmen. Man kann sogar bis ca. 2200Hm mit dem Auto herauf fahren. Aber dann geht es immerhin steil auf 3538m und da wird die Luft schon dünn. Wir lassen die Rucksäcke in dem Rifugio und nehmen nur warme Kleidung mit. Wie schön ist Gefühl mal keinen Rucksack zu tragen. Der Weg zieht sich, aber für uns sind es kaum mehr als 1000Hm Aufstieg. So bin ich kurz nach 11.00Uhr am Gipfel, der schon 1358 erstbestiegen wurde. Kurz unterhalb desselben gibt es eine kleine Kapelle und ein Biwakraum und auf dem Gipfel steht eine große Madonna. Von hier ist der Blick wie aus dem Flugzeug. Unter mir ein weißes Wolkenmeer und darüber das who is who der Alpen. Alle sind vertreten… die Monte Rosa Gruppe, das Matterhorn, der Mont Blanc, jede Menge sonstiger bekannte Berge und in Richtung Süden auch der Mont Viso, an dem ich noch vorbei kommen werde. Um mich herum mehr oder weniger erschöpfte Bergwanderer, die sich, wie ich, nicht sattsehen können und das Panorama genießen. Nach einer ganzen Weile wird es dann aber doch zu kalt, und wir machen uns an den Abstieg. Wie angekündigt steigen zum Mittag die Wolken herauf und nach einer längeren Pause unterhalb des Rifugio im Gras noch in der Sonne, geht es dann in den Nebel. Durch einen voriges Jahr abgebrannten Bergwald geht es zum Rifugio Il Truco, wo wir ein winziges Zimmer und gutes Essen bekommen. Die letzten beiden Tage waren anstrengend und wir gehen bald zu Bett. Der Wetterbericht für die nächsten Tage verspricht Regen und Gewitter und wir sind echt froh, daß alles bisher noch gepasst hat, und wir das Erlebnis auf dem Rocciamelone gewesen zu sein, mit nach Hause nehmen können. Es ist auch schön auf diese Weise Maja und Rudi näher kennen zu lernen, die ein nettes Paar sind.

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