19.08.

Es gibt einen kräftigen Schauer mit etwas Donnergrollen, als wir am Frühstückstisch sitzen. Dann aber stoppt der Regen und der Himmel reißt auf. Wir machen uns auf den Weg ins 1220m tiefer liegende Susa und wieder geht es durch verbrannten Bergwald. Der Brand hat voriges Jahr statt gefunden und eine große Fläche zerstört. Man weiß nicht, ob es Brandstiftung gewesen ist. Aber es ist schon seltsam durch einen verbrannten Wald zu gehen. Je tiefer wir kommen umso wärmer und drückender wird es. Schon von weit oben sehen wir Susa unter uns liegen und auch die Autobahn, die durch das Tal führt. Die Stadt ist schon sehr alt und besitzt römische Ruinen, eine Kirche aus dem Jahre 1032 und eine schöne Altstadt. Auf der Suche nach einem Bankomaten lernen wir auch die Stadt ein bißchen kennen, obwohl wir uns gar nicht so lange aufhalten wollen, da unser Ziel die Posto Tappa Alpe Toglie ist, und noch ca. 4,5 Std. und 1200Hm entfernt ist. Der Aufstieg ist sehr schweißtreibend und kurz vor der Alm beginnt es an zu regnen, aber durch das Blätterdach des umliegenden Waldes werden wir kaum nass. Die Posto Tappa ist sehr einfach und gehört zu einer Almwirtschaft, die von einer auch einfachen wenig gepflegten Familie betrieben wird. Es entsteht der Eindruck, daß wir unbedingt ein T-Shirt mit einem Aufdruck des Posto Tappa erwerben sollen, um die Einnahmen etwas aufzubessern. Rudi und ich kaufen also jeweils eines, Damit sind wir also willkommen. Kurz vor acht taucht dann auch noch ein älteres deutsches Pärchen aus Passau auf. Die beiden machen schon seit vielen Jahren gemeinsame Wanderungen durch die Alpen und wirken schon irgendwie verschroben. Zusammen mit dem ständig laufenden Fernseher, in dem irgendwelche alten Sketche und grimassierende Komiker gezeigt werden und einer nahezu zahllosen Wirtin, die uns zuliebe beim Kochen ein Haarnetz angezogen hat und eine Weihnachtstischdecke aufgelegt hat, einer hingebungsvoll ins Fernsehen schauenden Tochter, einem eher normal wirkenden Ehemann und einem sehr übergewichtigen Sohn ist es ein skurriles Abendessen. Die Vorspeise, die Pasta und Sekundo Piatti ist allerdings sehr wohlschmeckend und an Rotwein ist auch kein Mangel.

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