26.08.

Im Posto Tappa in Chiesa waren wir nun wieder die einzigen Wanderer und hatten einen Raum mit vier Stockbetten für uns alleine. Die Nacht ist ruhig und morgens stört nur die Müllabfuhr, die Kirchenglocke und ein Trialmotorradfahrer ohne Auspuff. Auch heute steht wieder eine größere Etappe auf dem Programm. Es geht für mich nach Campo Base bzw. Chiappera und für Maja und Rudi noch weiter nach Acceglio..Natürlich kann so ein kurzer Bericht nicht einen vielstündigen Tag beschreiben. Der ist wieder sehr abwechslungsreich. Zunächst ein waldiges Flusstal bei wolkenlosem Himmel, kleine blumengeschmückte Weiler, St. Anna mit einem riesigen Felsklotz am Hang, weite sonnenbeschienenne Almen, himmelstürmende Panoramen, die an die Dolomiten erinnern und der Abstieg ins grandiose Maira-Tal. Adler, Gänsegeier und viele durchs Gras wetzende Murmeltiere. Murmelnde, glasklare Bäche und bunte Berghänge. Und am Horizont noch so viele Bergspitzen.

Dann kommt wieder ein Abschied. Maja und Rudi müssen nach Hause in die Schweiz und wollen auf dem Weg noch eine der drei Töchter besuchen. Der Rückweg erfolgt per Bus und Bahn und Acceglio ist die nächste Busstation. Ohne es je geplant zu haben sind wir einfach zwei Wochen zusammen gewandert. Es hat zwischen uns gut gepasst und ich habe die Beiden sehr geschätzt. Ihr Blick auf die Natur, ihre Begeisterung für die Berge und ihr Wissen um die Pflanzen und die Bergwelt haben mich beeindruckt. Aber auch ihr Umgang miteinander und die immer gute Laune trotz so mancher Anstrengung und der ein oder anderen Blase habe ich sehr wertgeschätzt. Es waren einfach sehr nette Weggenossen und auch sie haben meine Reise bereichert. Deshalb fällt mir der Abschied schon auch wieder ein bisschen schwer. Wir trinken noch ein Bier zusammen und dann ziehen sie weiter, während ich eine Kammer für die Nacht anmiete. Wie sich herausstellt ist es ein ganzes restauriertes Haus von 1881. Ich könnte hier mit einer vielköpfigen Familie übernachten und eigentlich lädt dieses Haus zum Bleiben ein. Aber ich habe schon auch das Ende meiner Alpenüberquerung in den Blick bekommen und freue mich auf ein Wiedersehen mit meiner Frau Ines, daß wir für den 5.September ins Auge gefasst haben. Bis dahin sind noch einige Berge zu überqueren und deshalb geht es morgen endgültig nach Fronkreisch.

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