27.08.

Ich wache früh auf in meinem Palazzo. Ist schon ein seltsames Gefühl so ganz alleine in einem fremden Haus zu sein. Es geht zum Frühstück quer durch den kleinen Ort zur Bar des Agrotourismo La Provenzale. Das Frühstück ist italienisch untypisch sättigend und dann geht es über alte Militärstrassen und Steige durch ein wildes Tal hinauf zum Col de Sautron auf knapp 2700mtr. In der Nähe des Passes befindet sich eine gesprengte Stellung und überall sind noch Reste von Stacheldrahtverhauen zu finden. Das Wetter ist ziemlich diesig und erzeugt eine düstere Stimmung. Am Paß selber blicke ich hinab nach Frankreich. Die Bergwelt ist hier irgendwie weiter und auch durch Erosion sanfter. Unter mir liegt das Tal der Ubaye, am Rande des Nationalparks Mercantour, durch die der GR5, ein Pendant zum GTA zieht. Er beginnt an der Nordsee, ist ein Teil des Europäischen Fernwanderweg E2 und endet in Nizza. Gegen Mittag erreiche ich das Refuge, wie hier die Posto Tappa heißen, in Larche. Kurz erwäge ich, noch weiter zu ziehen, aber das nächste Refuge ist noch sehr weit. Da ich ohnehin noch mehrere lange Etappen vorhabe, soll es für heute genug sein. Wieder ist mit Frankreich ein weiterer Meilenstein erreicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.