28.08.

Die Nacht hat es üppig geregnet und die französischen Lagernachbarn sind beim Aufstehen nicht gerade rücksichtsvoll. Bei grauem Himmel geht es eine Weile auf einer Straße bis zum Beginn des eigentlichen Nationalpark Mercantour. Hier ist der Weg zum Lac Lauzanier hervorragend und damit für mich schon ungewohnt. Am Horizont türmen sich die Wolken, und am See fängt es zu nieseln an. Beim weiteren Aufstieg zum Col de Cavale auf 2600mtr. regnet es dann immer heftiger und die Sicht ist ziemlich eingeschränkt. Deshalb halte ich mich auch nicht lange auf und steige wieder ab. Kurze Zeit später hört es auf zu regnen. Die Landschaft ist ziemlich zerklüftet und mit braunen Steppengräsern bedeckt. Es gibt auch einige riesige Dolinen, Einsturzkegel im Kalkgestein. Auch sonst finden sich interessante Gesteinsformationen. Am Col de Fourchy gibt es noch eine alte Stellung, die wohl den Pass verteidigen sollte. Beim Durchstöbern einer MG Stellung verletze ich mir das Schienbein. Was muss ich meine Nase auch überall reinstecken. Dann geht es hinunter zum kleinen Weiler Bousiéyas, wo sich eine Gite d’etappe befindet. Ich hatte gestern fälschlicherweise behauptet, dass eine Refuge der Posto Tappa entspricht. Aber es ist vielmehr die Gite d’etappe das Pendant und die Refuge das Pendant zum Rifugio. Beide haben gemeinsam, dass man dort als Wanderer in Lagern übernachten kann und sie an Weitwanderwegen oder in den Bergen liegen.

Nach und nach treffen dann auch die anderen GR5-Wanderer aus der letzten Unterkunft ein. Ich bekomme ein Lager in schwindelnder Höhe direkt unterm Dachfirst. Da sind wieder Kletterkünste gefragt. Es liegen jetzt „nur noch“ 135km und einige Berge zwischen mir und dem Mittelmeer.

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